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Die Schmerzklinik Bad Mergenthei m wurde schon 1983 als zweite deutsche Schmerzklinik (nach der Schmerzklinik Mainz) gegründet. Seither wurden mehr als 12000 Patienten stationär und ambulant behandelt. Im Gebäude der Schmerzklinik ist eine Schmerzpraxis integriert, die von zwei Fachärzten für Anästhesie mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ betrieben wird. Die ambulante Schmerzbehandlung erfolgt auf ärztliche Überweisung oder mit Chipkarte der Krankenkasse.

Die Schmerzklinik Bad Mergenthei m ist von allen gesetzlichen Krankenkassen nach §111 SGB V als Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Von den privaten Krankenkassen wird die Schmerzklinik als sog. "gemischte Krankenanstalt" eingestuft, da neben Rehabilitations- auch Krankenhausbehandlungen durchgeführt werden können. Teilweise übernehmen auch die Rentenversicherungen sowie Berufsgenossenschaften die Kosten für eine stationäre Schmerztherapie.

Die Schmerzklinik Bad Mergenthei m verfügt über 55 Betten (Doppelzimmer). Alle Zimmer haben ein eigenes Bad (Dusche) und sind mit Fernseher (gebührenfrei), Telefon (gebührenfrei), Radio, Kühlschrank und Haarfön ausgestattet. Das Schwimmbad steht den Patienten auch außerhalb der Therapiezeiten zur Verfügung.

Die einzelnen Abteilungen der Schmerzklinik:

Ärztliche Abteilung: derzeit 5 (!) Ärzte, davon 3 Ärzte für Anästhesie, 1 Arzt für
Physikalische und Rehabilitative Medizin, 1 Assistenzarzt. 3 Ärzte verfügen
über die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie", 2 sind in
Chirotherapie weitergebildet sowie 2 in Akupunktur. Darüber hinaus stehen
ein Internist und ein Neurologe vertraglich konsiliarisch jederzeit zur
Verfügung. Alle Ärzte besitzen den Fachkundenachweis "psychosomatische
Grundversorgung". Der leitende Arzt ist von der Ärztekammer zur vollen
Weiterbildung für den Bereich "Spezielle Schmerztherapie" ermächtigt.
Klinische Psychologie: 2 Psychologen. Der leitende Psychologe ist
approbierter Verhaltenstherapeut und Schmerzpsychologe.
Physiotherapie: 1 Krankengymnastin, 2 Physiotherapeutinnen, 1 Masseurin, 1 Sporttherapeutin
Pflegebereich: 8 examinierte Schwestern, 1 Pfleger, 2 Schwesternhelferinnen
Ergotherapie: 1 Fachtherapeutin
Sozialdienst: 1 Sozialpädagogin
Diätberatung: 1 Diätassistentin

Die Aufgabe einer Schmerzklinik innerhalb des Gesundheitssystems

In der modernen Schmerztherapie unterscheidet man akute Schmerzphasen von chronischen Schmerzerkrankungen. Akute Schmerzen sind meist durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und gehen parallel zur Ausheilung des Gewebeschadens zurück. Sie sind daher selbstbegrenzend und erfüllen meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion sowie edukatorische Funktionen (= zwingen häufig in eine bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung toxischer Stoffe hin etc.).
Die Behandlung akuter Schmerz
zustände, einschließlich der postoperativen Schmerztherapie, stellt heute ein gut beherrschbares Problem dar, da die zur Verfügung stehenden Analgetika (= Schmerzmedikamente) in der Regel gut wirksam sind. Bei sehr starken Schmerz zuständen, wie beispielsweise nach einer Operation, kommen häufig auch Opioide (= morphinähnliche Medikamente) erfolgreich zum Einsatz.

Die eigentliche Herausforderung in der Schmerztherapie stellen hingegen chronische Schmerzen (= lang andauernde oder immer wiederkehrende Schmerzen) dar. 1986 wurde von der „Internationalen Gesellschaft zum Studium von Schmerz“ (IASP) folgende Definition für den Begriff Schmerz festgelegt:

Diese Definition berücksichtigt die Beobachtung, daß es bei chronischen Schmerzen häufig zu einer Entkopplung der Schmerzen von der Gewebsschädigung kommt bzw. es keine nachweisbare primäre Gewebsschädigung gibt.
Die Behandlung gegen chronische Schmerzen wirft erhebliche diagnostische
(= Erkundung der Schmerzursache), sozialmedizinische (vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf.

Chronische Schmerzen werden mit der Zeit zu einem zunehmend eigenständigen Krankheitsbild („Schmerzkrankheit“), das wie oben erwähnt, häufig weitgehend unabhängig von Gewebsschäden die körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend einschränkt.

Aufgrund dieser komplexen Problematik entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerzpatienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie“ verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spezielle Schmerztherapie“ (z.B. in der Schmerzklinik Bad Mergenthei m) für mind. 1 Jahr voraus.

Die komplexe Problematik bei chronischen Schmerzen zeigt aber auch deutlich, dass ein Schmerzproblem i.d.R. nur im Rahmen eines multimodalen (= die Gesamtproblematik berücksichtigendes) Therapiekonzeptes (multimodale Schmerztherapie) einer Schmerzklinik unter Beachtung der Qualitätskriterien der „Speziellen Schmerztherapie“ gelöst werden kann.

Grundzüge der speziellen Schmerztherapie:

Grundsätzlich gilt, daß zunächst durch eine geeignete Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) versucht werden muß, eine für die geklagten Schmerzen ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese zunächst kausal (= auf die Krankheit ausgerichtet) behandelt werden. Kann aber keine Schmerzursache gefunden werden oder verbleiben nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch Schmerzen, dann sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich primär nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Dauerschmerzen oder immer wiederkehrende Schmerzen erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren. Die üblichen Therapieverfahren der Speziellen Schmerztherapie sind:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockade n, evtl. rückenmarksnahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) bei Funktionseinbußen, Rückenschule
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie

Methoden der therapeutischen Lokalanästhesie und ihre Anwendung

Häufiger reichen krankengymnastische, physikalische, medikamentöse (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), Psychopharmaka) und psychologische Behandlungsmaßnahmen nicht aus, um eine deutliche und anhaltende Schmerzlinderung zu erzielen, so daß noch andere Methoden durchgeführt werden müssen.

Unter dem Begriff "therapeutische Lokalanästhesie " werden sämtliche Schmerzausschaltungsmethoden, deren Wirkung auf Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) beruhen, zusammengefaßt.
In der spezielle
n Schmerztherapie wird die therapeutische Lokalanästhesie in Form von örtlichen Infiltrationsanästhesien, Nerven - und Leitungsblockaden, rückenmarknahen und Grenzstrangblockade n durchgeführt. Hauptsächlich werden dazu lang wirkende Lokalanästhetica, z.B. Bupivacain verwendet. Die wiederholten Betäubungen können in Form von Einzelinjektionen durchgeführt werden, mit dem Nachteil, daß diese oft schmerzhaft sind und die Treffsicherheit nicht jedes mal gewährleistet ist.
Die Erfolgschancen sind um so größer, wenn der betroffene Nerv über einen längeren Zeitraum sozusagen anhaltend betäubt werden kann. Dies bedeutet aber, daß täglich 4-5 Einzelinjektionen an derselben Stelle notwendig sind. Man kann sich vorstellen, daß diese Handhabung für den Patienten oftmals eine Tortur bedeutet und sich deshalb meist nicht so konsequent durchführen läßt.
Dieses Problem haben wir für einige Nerven durch die Anwendung der sog. kontinuierlichen Blockade mittels eines Katheters gelöst. Dabei wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Nach längerer, spezielle
r Schmerztherapie (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerz linderung, oft aber auch Schmerzfreiheit. Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmer zen, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Diese Mehrdurchblutung optimiert auch einen schmerzverursachenden, gestörten Nerven zellstoffwechsel. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.

Folgende Katheterblockaden wurden in unserer Schmerzklinik entwickelt und werden seit vielen Jahren mit hoher Treffsicherheit routinemäßig im Rahmen der spezielle n Schmerztherapie angewendet:

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkel nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkel s her, handbreit unterhalb des Leisten bandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsgebiete: spezielle Schmerztherapie bei Oberschenkelschmerzen (z.B. nach Amputationen), Kniegelenkschmerzen (Arthrosen usw.) und zum Teil Unterschenkelbeschwerden (vorderer und innerer Anteil).
  2. Zur spezielle n Schmerztherapie im Hüftgelenk s - und Leistenbereich kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Plexus lumbalis-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschenkel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Nerven, die die genannten Körpergebiete versorgen.
  3. N. ischiadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß, den Ischias nerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsgebiete: spezielle Schmerztherapie im Bereich des Fußes (Morton Neuralgie, Fersenschmerzen, Tarsaltunnelsyndrom) äußerer und hinterer Unterschenkel (z.B. Fibulaköpfchen Syndrom) sowie rückwärtiger Oberschenkel.
  4. N. intercostalis (Zwischen rippen nerv): Dabei legen wir einen Katheter unterhalb der zugehörigen Rippe ein und spritzen über den Schlauch schmerzfrei alle 4-5 Stunden 2-4 ml einer höherprozentigen Lokalanästhetikalösung ein. Wir wenden diese Methode hauptsächlich zur spezielle n Schmerztherapie bei der sog. Interkostalneuralgie, Thorakalsyndrom, Brustkorbschmerzen und Mastodynie an.
  5. Unterarmnerven: Die Nerven ulnaris, radialis und medianus können bei entsprechendem Schmerzbild ebenfalls mit einem Katheter versorgt werden. Dabei genügen mehrmals täglich nur wenige Milliliter eines örtlichen Betäubungsmittels, um deutliche Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit zu erzielen.
    Anwendungsgebiete: z.B. allgemein Unterarmschmerzen, Schmerztherapie bei Karpaltunnel Syndrom, Cheiralgia paraesthetica oder Sulcus-ulnaris-Syndrom.
  6. Die sog. paravertebrale Kathetertechnik: Dabei pflanzen wir den Katheter neben der Wirbelsäule an die betroffene Nervenwurzel ein, ebenfalls mittels einer Blindpunktion. Die korrekte Lage haben wir auch hier durch eine elektrische Stimulation überprüft. Diese Methode kommt hauptsächlich bei relativ eng umschriebenen Lumbalsyndromen (Kreuzschmerzen), oder auch Nervenwurzelkompressionssyndrom e zur Anwendung.
  7. Der sog. Triggerpunktkatheter: Triggerpunkte sind eng umschriebene Gewebsareale. Z.B. durch mechanischen Druck auf diese umschriebenen Gewebsbereiche läßt sich die für den Patient typische Schmerzsensation auslösen oder deutlich verstärken. Wird der Bereich mit einem örtlichen Betäubungsmittel infiltriert, setzt in der Regel prompt eine deutliche Schmerzlinderung, oft auch Schmerzfreiheit ein, zunächst jedoch meist nur für die Dauer der Wirkzeit des verwendeten örtlichen Betäubungsmittels. Wenn die jeweilige schmerzlindernde oder schmerzstillende Wirkung reproduzierbar ist, kann ein Katheter implantiert werden. Anwendung: umschriebene myofasziale Schmerzen.
  8. Die kontinuierliche Stellatumblockade: Das Ganglion stellatum ist eine Schaltstelle im sog. Grenzstrang und ist paarig im tieferen Halsbereich angeordnet. Nach Infiltration des Ganglions mit einem örtlichen Betäubungsmittel kommt es zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung im gleichseitigen, sog. oberen Quadranten (Kopf hälfte, Schulter -/ Armbereich und Brustkorb hälfte). Es ist unseren Ärzten schon 1987 gelungen, auch dafür eine Kathetermethode zu entwickeln. Der Katheter wird dabei von vorne, neben der Luftröhre eingebracht. Diese Methode kann auch beidseitig angewendet werden, allerdings muß die Füllung alternierend (= abwechselnd mit Zeitabstand) erfolgen.
    Die Stellatumblockade mittels einer Injektion gehört an sich schon zur "hohen Schule" der spezielle
    n Schmerztherapie und wird nur von wenigen, erfahrenen Ärzten durchgeführt, nicht zuletzt wegen den Komplikationsmöglichkeiten. Die Möglichkeit einer kontinuierlichen Blockade mit einem Katheter ist daher optimal. Auch diese Methode wird derzeit nur bei uns durchgeführt.
    Anwendungsgebiete: z.B. spezielle Schmerztherapie bei Gesichtsschmerzen, Armplexusausriß, Quadranten-Syndrom.

Die nächsten Methoden sind in der Anästhesie schon bekannt, wurden aber zur spezielle n Schmerztherapie von uns teilweise modifiziert:

- Die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis (= Arm nerven geflecht) mit Katheter: Bei dieser Methode wird im Bereich der Innenseite des Oberarm es, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Arm nerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schulter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Während der Behandlung wird die Schulter -/Arm -Region deutlich besser durchblutet. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.
Anwendungsgebiet: spezielle Schmerztherapie im Bereich der Arme (z.B. Tennisarm).

Spritzt man in den Kunststoffschlauch eine größere Menge (z.B. 35-45 ml) von dem örtlichen Betäubungsmittel ein und staut gleichzeitig den Oberarm ab, dann wird der gelöste Wirkstoff innerhalb der Nervenscheide bis hoch zu den Nervenwurzeln im Halswirbelsäulengebiet getrieben und wirkt auch dort schmerzlindernd. Auf diese Weise kann ein sog. HWS-Syndrom behandelt werden, zumal der Kunststoffschlauch auch beidseitig eingepflanzt werden kann. Die Erfolge mit dieser Methode in den meisten Fällen doch sehr erstaunlich.

- Die kontinuierliche Periduralblockade mit Katheter wird zur Schmerzausschaltung bei Operationen allgemein oft angewendet, sie eignet sich vorzüglich auch zur spezielle n Schmerztherapie. Bei dieser Methode wird im Bereich der Lenden wirbel (oder auch höher) ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung eingelegt. Dieser wird dann mehrmals täglich mit einer lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die Beweglichkeit, bzw. Kraft, nicht oder kaum eingeschränkt ist, so daß sich der Patient trotzdem frei bewegen kann. Gleichzeitig ist aber die Schmerzempfindlichkeit im Bereich der unteren Körperhälfte vermindert oder gar aufgehoben. Zusätzlich nimmt die allgemeine Durchblutung in diesem Bereich zu.
Anwendungsgebiet: allg. Schmerztherapie in der mehr unteren Körperhälfte (z.B. Bauchschmerzen).

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